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25. April 2019

Rechnungshof kritisiert Preispolitik und Marktverhalten der ART for ART

Meine Rede im Nationalrat über die Empfehlungen des Rechnungshofes zur Tochter des Bundestheaterkonzerns ART for ART in Bezug auf den Rechnungshofbericht Reihe Bund 2018/51

Abgeordnete Dr. Jessi Lintl:
Frau Präsidentin! Sehr geehrte Frau Rechnungshofpräsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Auch ich beziehe mich auf den Rechnungshofbericht zur ART for ART Theaterservice GmbH. Diese Einrichtung ist ja eigentlich eine tolle Sache, und wir können ihre Arbeit immer wieder erleben, wenn wir die Wiener Theater, die Oper besuchen, und, wie Kollegin Becher schon gesagt hat, auch im Fernsehen sehen.

Trotzdem hat der Rechnungshofbericht wirklich gravierende Kritikpunkte vorgebracht. Das sind die unklare Preispolitik im Zusammenhang mit dem Bundestheaterkonzern, der wettbewerbsverhindernde Umgang im Zusammenhang mit der Veräußerung von Immobilien, worauf Kollegin Griss schon eingegangen ist, und die oftmals intransparenten und zu hohen Personalkosten. Dabei hat die ART for ART Theaterservice GmbH 360 Mitarbeiter und betreibt die größten Dekorationswerkstätten in Österreich und ist der Ausstatter der berühmtesten und wichtigsten Theater in Österreich.

Es wird natürlich vom Rechnungshof kritisiert, dass im Zuge der Immobilienverkäufe nur eine mangelhafte Dokumentation gegeben war und dass es auch keine öffentliche Interessentensuche gegeben hat. Hätte man hier professioneller agiert, dann hätte sich sicher ein höherer Ertrag erwirtschaften lassen.

Zu den Aufgaben von ART for ART gehören die Bereitstellung von Bühnenbildern, Kostümen, Requisiten für Aufführungen, aber auch die Instandhaltung, die Lagerhaltung, der Transport und der Kartenvertrieb.

Darüber hinaus gibt es auch Angebote für die Ausstattung von Opern-, Theater- und Ballettproduktionen sowie Filmen und Festivals für private Kunden. Es ist ein gutes Konzept, das auch andere mittelständische Unternehmen praktizieren, dass sie bei Auslastungsschwankungen und unproduktiven Stehzeiten solche privaten Serviceleistungen anbieten. Aber bedingt durch die Organisationsform der ART for ART von mehreren Schwester- und Miteigentümergesellschaften herrscht keine Kostenwahrheit, denn die ART for ART orientiert ihre verrechneten Preise an der Aufteilung der Basisabgeltung zwischen den Bühnen und nicht an den tatsächlich erbrachten Leistungen.

Wir befürworten hier konkret, wie vom Rechnungshof vorgeschlagen, die Evaluierung der Preisgestaltung und, auch ganz wichtig, die Erhebung der Kundenzufriedenheit.

Der ART-for-ART-Geschäftsführer Dr. Kirchberger hat uns in der letzten Sitzung des Rechnungshofausschusses dazu Informationen gegeben und hat auf meine Frage zugesichert, dass schon ein detaillierter Fragebogen ausgearbeitet wird, der diese Kundenzufriedenheit hinterfragen soll. Dann können die angebotenen Leistungen konkret definiert werden und marktkonforme, kostendeckende Preise verlangt werden.

Zur Kritik des Rechnungshofes an den hohen Personalkosten darf aus unserer Sicht vonseiten von ART for ART nicht einfach nur mit theaterspezifischen Besonderheiten argumentiert werden. Vielmehr sollten diese personalrechtlichen Sondervereinbarungen reduziert und normalen Standards angepasst werden.

Wir Freiheitliche bauen in dieser Hinsicht auch auf die bevorstehende organisatorische und strukturelle Optimierung durch Bundesminister Blümel, die er uns im Ausschuss zugesagt hat, und wir haben hier volles Vertrauen zu ihm. – Danke schön. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)

Präsidentin Anneliese Kitzmüller: Zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Singer. – Bitte schön, Herr Abgeordneter.


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