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13. Dezember 2018

Null Toleranz gegenüber Gewalt an Frauen

Meine Rede im Nationalrat über den GREVIO-Evaluierungsbericht betreffend Bekämpfung von Gewalt an Frauen und häuslicher Gewalt.

Abgeordnete Dr. Jessi Lintl:
Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Minister! Sehr geehrte Damen und Herren! Wir freuen uns sehr, dass der Grevio‘s-Bericht Österreich so ein positives Zeugnis ausstellt. Ich habe mir den Begriff der häuslichen Gewalt ein bisschen näher angeschaut und dabei eine sehr gute Definition der Autonomen Österreichischen Frauenhäuser gefunden: diese definieren nämlich häusliche Gewalt nicht nur als physische und sexuelle, sondern auch als psychische Gewalt. Besonders Isolation, Einschüchterung und Missbrauch von Abhängigkeiten fallen unter den Begriff der häuslichen Gewalt. Ökonomische Gewalt, also die finanzielle Abhängigkeit von einem Mann, oder gar das Arbeitsverbot, das ein Mann gegenüber seiner Frau ausspricht – auch das ist Gewalt.

Die Situation hat sich bei uns in den letzten Jahren verändert: Einerseits ist ein großes Bewusstsein für die Selbstbestimmung der Frau, für Genderthemen und für Gleichberechtigung entstanden – aber andererseits sind Frauen massiv mit Gewalt konfrontiert, und da gibt es leider steigende Zahlen. Meine Kollegin hat es schon gesagt: Heuer sind leider bereits 33 Frauen in Österreich ermordet worden – eine unfassbare Zahl. Nicht nur zu Hause, sondern auch in Parks und auf Straßen sind wir nicht mehr sicher.

Unter der steigenden Zahl von Muslimen im Land gibt es Frauen, die leider unter unvorstellbar rückständigen Bedingungen leben: Kopftuchzwang, Genitalverstümmelung, Zwangsverheiratung schon kleiner Mädchen findet nicht nur in fernen Ländern statt, sondern jetzt auch schon bei uns.

Wie die Expertinnen uns im Ausschuss dankenswerterweise berichtet haben, gibt es in Österreich aber nur ein Haus, in das solche von Zwangsheirat bedrohte Mädchen flüchten können. Es ist aber natürlich in Österreich so, dass das für uns eine neue Situation ist, und wir uns in unserer aufgeklärten, liberalen Gesellschaft schwer vorstellen können, dass Mädchen überhaupt von Zwangsverheiratung bedroht sind. Es werden dafür in nächster Zeit sicher mehr Einrichtungen geschaffen werden, denn diese Frauen und Mädchen brauchen jede Art der Hilfeleistung und Unterstützung. (Beifall bei FPÖ und ÖVP.)

Das Wichtigste ist, sehr geehrte Damen und Herren, dass wir Frauen stärken: stärken in die Richtung, dass sie Mut fassen und sich gegen gewalttätige Übergriffe zur Wehr setzen, dass sie Hilfe in Anspruch nehmen, wenn sie mit häuslicher Gewalt jeglicher Art konfrontiert sind. Wir müssen Frauen in ihrem Selbstbewusstsein stärken, dass sie nicht in ihrer persönlichen und körperlichen Integrität bedroht werden dürfen, und wir müssen vor allem Männern klarmachen, dass Gewalt gegen Frauen absolut inakzeptabel und nicht tolerierbar ist. – Danke schön. (Beifall bei FPÖ und ÖVP.)

Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Als Nächste zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Großbauer. – Bitte.


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